Text: Sr. Dorothea Brylak

Unser soziales und pastorales Engagement in Rumänien
Unsere Schwestern und Mitarbeiter setzen sich in zwei Einrichtungen in Schineni und Siretu für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und ältere Menschen ein. Auch vom Schwesternhaus aus werden Kinder und ihre Familien begleitet.

Casa Sfânta Familia
Im Kinderheim „Heilige Familie“ mit den Häusern St. Josef und Bernard Bosch, leben jeweils vier Mädchen und vier Jungen im Alter zwischen vier und siebzehn Jahren in einer familiären Umgebung. Sie kommen aus sozial schwachen Familien und werden vom Jugendamt zugewiesen. Diese Kinder haben oftmals schon in ihren jungen Jahren viel Gewalt und Misshandlung erfahren. Der Tagesablauf ist wie in einer normalen Familie. Nach Kindergarten oder Schule werden die Hausaufgaben gemacht und danach die Freizeit gestaltet. Die Kinder sind, je nach Alter, mitverantwortlich für den Haushalt. Die Kinder des Kinderheims haben Kontakt mit den Kindern des Dorfes, gestalten mit ihnen die Freizeit und nehmen Teil am Angebot der Schwestern.


Casa Sfânta Andrei
Im Sozialen Zentrum des hl. Andreas fängt das Leben morgens an, wenn circa 24 Kinder vor der Schule zum Frühstück kommen, da sie sonst mit leeren Mägen in die Schule gehen müssten. Mittags bekommen 35 bis 40 Kinder eine warme Mahlzeit und werden begleitet bei den Hausaufgaben. Nach getaner Arbeit bleibt Zeit zur gemeinsamen Freizeitgestaltung. Die meisten Kinder gehen am Nachmittag „beladen“ mit Essenssachen nach Hause. So ernähren wir oft nicht nur die Kinder, sondern auch deren Eltern und weitere Geschwister. Insgesamt werden circa 60 Familien betreut, die durch Familienpatenschaften in Deutschland unterstützt werden.

Die Kinder führen ein eingeübtes Theaterstück vor


Betreuung von Familien

Eine Krankenschwester ist in der Ambulanten Krankenpflege tätig, macht aber auch Beratung im Sozialen Zentrum und besorgt die Medikamente für viele Leute im Dorf. Unser Physiotherapeut behandelt Menschen in ihren eigenen Häusern. Einige wenige kommen in den bescheidenen Behandlungsraum im Sozialen Zentrum. In beiden Einrichtungen ist eine Psychologin tätig. Die meisten Kinder sind durch die Erfahrungen von Gewalt und Alkoholmissbrauch traumatisiert. Da ist viel Geduld, Einfühlungsvermögen und fachliche Hilfe nötig.

 
Unsere Krankenschwestern beim Zuckertest oder einfach nur zuhören


Schwesternhaus Casa Sfânta Maria
Im Jahr 2019 leben und arbeiten dort vier Schwestern. Ca. 30 Kinder und Jugendliche kommen täglich zum Mittagessen und zur Hausaufgabenhilfe. Die Kinder und Jugendliche können ihre Gaben und Talente einsetzen in einer Laienspiel-, Gitarren- oder Flötengruppe. Die Freizeitangebote sind vielfältig und kreativ. Die Schwestern und Mitarbeiterinnen machen Ausflüge und Ferienreisen mit den Kindern.

Auch setzen sie sich in der Pastoralarbeit in der örtlichen Pfarrei ein. Sie gestalten Festen im Kirchenjahr, bereiten Kinder auf die Erstkommunion und Firmung vor. Auch Lektorendienste, Gottesdienstgestaltung, Besinnungstage für Jugendliche Kirchenwäsche für zwei Pfarrgemeinden, Andachten und Wallfahrten, stehen auf dem Programm.


Hausaufgabenhilfe


Dankgottesdienst für alle Wohltäter

Haus der Zukunft „Casa Maria Magdalena“
Das Haus ist ein Jugendwohnheim für die Mädchen, die mit 18 Jahren aus dem Kinderheim entlassen werden (müssen) aber noch nicht auf eigenen Beinen stehen können. Die Schwestern helfen diesen Jugendlichen beim Abschluss der Schule und begleiten sie bei der Berufsausbildung und dem Start ins selbstständige Leben. Die jungen Frauen können hauswirtschaftliche Tätigkeiten erlernen wie Kochen, Backen, Nähen, Putzen, Gartenarbeit etc.
Es ist aber auch ein Notfallzentrum. Oftmals müssen unsere Schwestern (nachts) Kinder aus dem Elternhaus holen, um ihnen für einige Tage/Nächte im Haus der Zukunft eine ruhige und gewaltlose Umgebung zu geben.


Haus der Zukunft – kleine jugendliche Wohngemeinschaft