St. Michael Gemeinde Dortmund-Lanstrop

  • Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size
Startseite > Publikationen > Denkmal des Monats > Denkmal des Monats 2012

Denkmal des Monats 2012

die Stadt Dortmund hat in der Reihe “Denkmal des Monats” einen Artikel über das Wegkreuz an der Bremsstraße veröffentlicht.

Atikel der Homepage (www.dortmund.de vom 03.04.2012)

Denkmal des Monats April 2012

Jedes Jahr zieht am Sonntag vor Ostern, dem Palmsonntag, eine Menschengruppe durch Lanstrop.

Die katholische Arbeitnehmer-Bewegung KAB gestaltet dann zusammen mit der St.-Georgs-Pfadfinderschaft einen Kreuzweg, der an den Leidensweg Jesu Christi erinnert. Ein zweiter Umgang führt in der Karwoche die katholische Frauengemeinschaft der Gemeinde St. Michael durch Feld und Flur. In beiden Fällen machen die Gläubigen Halt an einem markanten historischen Wegekreuz an der Kreuzung Bremsstraße/Wasserfuhr. Das denkmalgeschützte Andachtsmal gilt als ein seltenes Beispiel seiner Art in Dortmund. Die Denkmalbehörde nimmt den Ostermonat zum Anlass, das geschichtlich bedeutsame Kleindenkmal als Denkmal des Monats April 2012 vorzustellen.

Wegekreuz Dortmund-Lanstrop

Lupe: Klicken zum Vergrößern Historisches Wegekreuz in Lanstrop - Bremsstraße/Wasserfuhr
Bild: Denkmalbehörde / Günther Wertz

Zeichen katholischer Volksfrömmigkeit

Christliche Kleindenkmale, wie Wegekreuze, Bildstöcke oder Hofkreuze, werden in der Regel nicht, wie man vielleicht denken könnte, von Kirchengemeinden errichtet. Meistens geht ihre Existenz auf eine private Initiative zurück. Motive dafür gibt es viele: Schutzzeichen für das Anwesen der Stifter, Dankeszeichen für eine glückliche Fügung oder Erinnerungsmal an Schicksalsschläge, wie den Tod eines Menschen. In früheren Jahrhunderten stellte man sie auch an bedeutenden Straßenkreuzungen oder zur Markierung von Bezirksgrenzen auf. Als Ausdruck katholischer Volksfrömmigkeit sieht man sie besonders in Gegenden mit einem großen katholischen Bevölkerungsanteil, beispielweise in Süddeutschland oder dem Münsterland.

In Dortmund selten, im Münsterland häufig

Im heutigen Dortmunder Stadtgebiet findet man - im Gegensatz zu den nördlich angrenzenden Gemeinden des Münsterlandes - nur wenige historische Wegekreuze: Der Stadt, die sich recht früh zum evangelischen Glauben bekannt hatte, war diese Art der Volksfrömmigkeit eher fremd. Dementsprechend finden sich die seltenen Dortmunder Beispiele auch eher in den wenigen nördlichen Ortsteilen mit katholischer Tradition, zum Beispiel in Huckarde, Kurl oder Lanstrop.

Wegekreuz in Dortmund-Lanstrop

Lupe: Klicken zum Vergrößern Das Wegekreuz soll gestiftet worden sein
Bild: Denkmalbehörde / Günther Wertz

Spuren der Zeit

Es heißt, das Lanstroper Kreuz sei um 1870 von den Besitzern des Hauses Wenge gestiftet worden. Das Grundstück, fast an der höchsten Stelle des Ortes gelegen, war ein Geschenk des Hofes Schäckermann. Ursprünglich handelte es sich offenbar um ein Holzkreuz, das einer Inschrift auf der Rückseite des Sockels zufolge 1917 durch einen Sturm vernichtet worden war. Seit 1919 wird nun die Christusfigur aus dem 19. Jahrhundert durch ein stabiles Steinkreuz getragen. Bei der Figur handelt es sich um ein so genanntes Dreinagelkruzifix: Jede Hand ist mit einem Nagel ans Kreuz geheftet, ein dritter Nagel durchbohrt die verschränkten Füße. In Anlehnung an spätmittelalterliche Skulpturen wird Christus als leidender Mensch mit schmerzverzerrter Stirn unter der überdimensionalen Dornenkrone gezeigt. Aus seinem ausgemergelten Körper treten die einzelnen Rippen deutlich hervor.

Doch nicht nur das Aussehen des Kreuzes hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. Einst war das Kleindenkmal durch fünf Kastanien eingefasst, die dem Andachtsort eine besondere Atmosphäre verliehen. Nachdem sich die Bäume gegenseitig Licht und Nahrung genommen hatten, wurde diese durch niedrige Büsche ersetzt.

Zum Thema

Ungeklärtes Motiv

Das Motiv der Stifter, das Wegekreuz zu errichten, ist leider nicht mehr bekannt. Einen Hinweis könnte ein Schriftzug auf dem Sockel des Kreuzes geben. Hier ist zu lesen: "STAT CRUX DUM VOLVITUR ORBIS". Hierbei handelt es sich um den Wahlspruch des Kartäuser-Ordens, der besagt: Das Kreuz steht fest, während die Welt sich dreht. Der römisch-katholische Kartäuser-Orden war nach seiner Aufhebung in Deutschland 1803 rund 70 Jahre später in der Nähe von Düsseldorf wieder gegründet worden - ungefähr zur gleichen Zeit, als das Kreuz in Lanstrop aufgestellt wurde. Es ist nicht auszuschließen, dass Verbindungen von Lanstrop zum Orden bestanden und das Wegekreuz zum Beispiel anlässlich eines Ordenseintritts gestiftet wurde.


kopiert vom Artikel (29.07.2016):
https://www.dortmund.de/de/leben_in_dortmund/planen_bauen_wohnen/denkmalbehoerde/nachrichten_denkmalbehoerde/news_detail_denkmalbehoerde.jsp?nid=183492

 

Seitenaufrufe : 225832
Startseite > Publikationen > Denkmal des Monats > Denkmal des Monats 2012